Aktionswoche

Kiel Oktober 2018

Wenig verständnisvoll hat sich leider das Standesamt in Kiel verhalten. Folgendes wurde uns von einer antragstellenden Person berichtet:

„Heute morgen um 9 Uhr habe ich das Standesamt Kiel mit meinem Antrag auf Änderung meines Geschlechtseintrages (binär männlich zu weiblich) mit
Vornamensänderung belästigt. Man muss wohl belästigt sagen, da die zuständige Sachbearbeiterin nicht gerade begeistert von meinem Antrag war.

Das Gespräch verlief sachlich und einigermaßen freundlich. Allerdings ohne viel Verständnis seitens der Standesbeamtin. Ich hatte vorab einen Termin vereinbart, so dass wir 30 Minuten Zeit hatten. Diese Zeit haben wir dann auch voll ausgenutzt. Eine Freundin hatte ich noch als Zeugin und moralische Unterstützung dabei.

Es waren noch nicht mal fünf Minuten vergangen, da hatte die Beamtin schon das TSG auf dem Tisch und unter anderem dann solche lieben Worte wie „Ich kann gar nicht verstehen, warum Sie sich so vehement weigern nach TSG vorzugehen?!“ parat. Ich konnte dann an der Stelle erst mal nur erwidern, dass Sie sich doch
vielleicht die Mühe machen könnte mal meinen Antrag durchzulesen um das zu verstehen. Naja, ich musste die gute Frau letztendlich doch sehr vehement und
nachdrücklich dazu bringen überhaupt einmal in den Antrag zu sehen und weiter als bis Seite 2 zu blättern. Nachdem ich sie nach viel Bearbeitung dann so weit hatte, dass sie die Passage über das TSG gelesen hat und warum dieses für mich nicht einschlägig sei, wurde ich an ihre Vorgesetzte verwiesen.

Bei der Vorgesetzten wiederholte sich das Spiel noch einmal, nur das diese noch nicht einmal dazu zu bewegen war den Antrag überhaupt durchzulesen. Sie weigerte sich dann letztendlich den Antrag anzunehmen und sie weigerte sich darüber hinaus irgend ein Schriftstück oder so auszuhändigen in dem sie mir die Weigerung dargelegt hätte.

Wir wurden dann schließlich nach Ablauf der 30 Minuten wieder vor die Tür gesetzt und an das Amtsgericht verwiesen (Stelle für TSG!!!!) obwohl ich dutzende male betonte, dass der Antrag nicht nach TSG sondern nach PStG gestellt werden soll. Das Standesamt Kiel hat sich also ganz billig mit der Ausrede ‚Da sind wir nicht für Zuständig …‘ rausgewunden.

Insgesamt also eine eher enttäuschende Veranstaltung in Kiel. Die beiden Beamtinnen schienen auch nicht sehr viel Verständnis oder Empathie für die Probleme von trans* Personen übrig zu haben.“

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